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31.07.22

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Eine selbstlose Kämpferin

Regina Stein ist die Preisträgerin des fünften Senator-Ehrenamtspreises der Hubert Burda Stiftung.

 

Norbert Großklaus spricht mit Regina Stein, die von Motivation und Dankbarkeit berichtet.

OFFENBURG. Hubert Burda selbst ist nicht in Offenburg, als am Mittwoch der fünfte Senator-Ehrenamtspreis der Hubert Burda Stiftung an Regina Stein vergeben wird. In der "Fondation Aenne und Franz Burda", erhält die erste Vorsitzende und Mitgründerin des Fördervereins "Freunde und Förderer der Feldscheune Kehl" in kleinem Rahmen den mit 2000 Euro dotierten Preis. Das Geld möchte die seit 40 Jahren an Krebs erkrankte Engagierte an den Verein Feldscheune sowie an den Förderkreis Palliativ-Station des Klinikums Offenburg unter Andreas Jakob weitergeben.

Bauernmärkte oder Kleinkunstveranstaltungen, aber auch einen jährlichen Informationstag zum Thema "Krebs und was dann?" finden in der Feldscheune in Kehl vom Verein organisiert regelmäßig statt. Besonders der Info-Tag zum Thema Krebs liegt Regina Stein sehr am Herzen, denn bereits sehr früh wurde bei der damals 21-Jährigen eine Krebserkrankung diagnostiziert. Seitdem kämpft sie gegen die Krankheit an und findet: "Ein offener Umgang mit Krebs ist wichtig." Die Feldscheune sei eben kein steriles Krankenhaus, deshalb sei sie für einen Infotag geeignet. Von Regina Stein initiiert, kommen so Jahr für Jahr mehr Leute nach Kehl. Eine bestimmte Altersgruppe ist dabei nicht auszumachen. "Es kommen auch viele junge Menschen", berichtet Stein. Denn der Besuch lohnt sich nicht nur in menschlicher, sondern auch in medizinischer Sicht: Hämatologen, Onkologen und andere Spezialisten des Ortenau Klinikums bringt der Verein am Info-Tag jedes Jahr zusammen, um über Krebs zu sprechen und Fragen zu beantworten.

 

Regina Stein steht an der Spitze dieses Vereins und ist dadurch hauptverantwortlich dafür, dass Betroffene sowie deren Angehörige eine Plattform zum Austausch und zur Unterstützung finden. Auch Laudator Frank Scherer zollt ihr seinen Respekt, nennt sie eine starke Kämpferin und eine unermüdliche Optimistin. "Solche Preise brauchen wir, glaube ich, noch viel mehr", sagt der Landrat, der zusammen mit Oberbürgermeisterin Edith Schreiner die Schirmherrschaft des Preises übernommen hat.

Regina Stein selbst kann es kaum fassen, dass sie den Senator-Ehrenamtspreis bekommt. In einem Film über die diesjährige Preisträgerin sowie im Gespräch mit Moderator Norbert Großklaus am Mittwoch nach der Preisverleihung erzählt sie von Freudentränen in den Augen, als ihr die Nachricht überbracht wurde – und prompt werden ihre Augen wieder feucht. Als Hauptmotivation für ihr ehrenamtliches Engagement nennt sie all die Zuwendung und Hilfe, die sie im Laufe ihrer Krankheit erhalten hat. "Das, was ich empfangen habe, möchte ich zurückgeben", sagt sie.

Und was bekommt sie dafür? "Ich bekomme viel Dankbarkeit zurück." Als Regina Stein das sagt, strahlt sie über das ganze Gesicht, und es wird deutlich, dass sie eine durch und durch selbstlose Ehrenamtliche ist, wie sie Egon Weimer bei seiner Begrüßung erwähnt hat. Der Eindruck wird noch verstärkt, als die Preisträgerin deutlich macht, dass sie das Geld nicht für sich selbst behalten wird – auch wenn sie sich gerade wieder in Strahlentherapie befindet. "Ich teile die 2000 Euro auf: 1000 gehen an den Verein Feldscheune, die andere Hälfte spende ich an Herrn Dr. Jakob", erklärt sie. Jakob ist nicht nur Leiter des Onkologischen Zentrums Ortenau, sondern auch Gründer des Förderkreises Palliativ-Station, für den das Geld gedacht ist.

Stellvertretend für Hubert Burda richtet Egon Weimer einige Wort an das Publikum der Preisverleihung. Dabei betont er die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements und sagt: "Unsere Gesellschaft wäre ohne Menschen wie Regina Stein ärmer." Als Norbert Großklaus das Wort ergreift, stimmt er Weimer zu. "Mit Regina Stein haben wir eine Kostbarkeit, ja, eine Perle entdeckt."

 

Badische Zeitung am 12. Mai 2016

 

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Danksagung von Regina Stein